Das IHK-Unternehmensbarometer zur Bundestagswahl 2017

25.09.17

Unter dem Titel „Ein Koalitionsvertrag für Investitionen“ stellt der DIHK die Auswertung der Ergebnisse einer Online-Umfrage vor, an der sich das unternehmerische Ehrenamt der IHK-Organisation beteiligt hat.   Grundlage der Auswertung sind Antworten von über 1.800 Unternehmen aus den Vollversammlungen der IHKs und den Fachausschüssen des DIHK. Diese verteilen sich auf die Wirtschaftszweige Industrie (29 Prozent), Bauwirtschaft (fünf Prozent), Handel (18 Prozent), Verkehr (sechs Prozent), Gastgewerbe (fünf Prozent), Information/Kommunikation (sieben Prozent), Finanzwirtschaft (acht Prozent) und Sonstige Dienstleistungen (22 Prozent).   Die Umfrage fand vom 6. bis 13. September 2017 statt.

 

Die wesentlichen Ergebnisse des IHK-Unternehmensbarometers zur Bundestagwahl 2017

• Die neu gewählte Bundesregierung hat in Sachen Wettbewerbsfähigkeit einiges aufzuarbeiten. Der Wirtschaftsstandort Deutschland hat aus Sicht der Unternehmen in den letzten vier Jahren an Wettbewerbsfähigkeit verloren. Die meisten Standortfaktoren kommen schlechter weg als 2013 – und das obwohl die wirtschaftliche Verfassung Deutschlands aktuell erheblich besser ist als noch vor vier Jahren.

• Wachstum und Wohlstand lassen sich auf Dauer nur mit gut ausgebildeten Fachkräften realisieren. Garant dafür ist weiterhin das System der beruflichen Ausbildung – das schätzen die Unternehmen. Die Qualität und die Praxistauglichkeit von Hochschulabschlüssen fällt aus Sicht der Wirtschaft dagegen etwas ab. Trotz der hohen Qualität: Insgesamt macht den Betrieben die geringere Verfügbarkeit von Fachkräften große Sorgen.

• Auch die Bewertungen der Unternehmen für die Rahmenbedingungen betrieblicher Investitionen zeigen etliche Schwächen des heimischen Standorts. Das System der Unternehmensbesteuerung verliert im internationalen Vergleich an Wettbewerbsfähigkeit und ist aus Sicht der Wirtschaft nicht mehr zeitgemäß. Am schlechtesten bewerten die Betriebe die bürokratischen Prozesse in Deutschland – und zwar mit Abstand.

• Der Abbau von Bürokratie ist aus Sicht der Unternehmen dementsprechend die dringlichste Aufgabe der neuen Bundesregierung – und damit die Schaffung von mehr Freiräumen für Unternehmertum. Kleine Unternehmen sind von der hohen Regelungs- und Kontrolldichte besonders stark betroffen. Hier gilt es, insbesondere das Potenzial der Digitalisierung von Verwaltungsleistungen zur Entlastung zu nutzen. Außerdem sollte EU-Recht bei der Bürokratiebremse „One in, one out“ vollumfänglich berücksichtigt werden.

• Die Digitalisierung steht damit auf Platz zwei der Prioritätenliste. Die Mehrheit der Unternehmen fordert, die neue Bundesregierung sollte sich besonders auf Digitalisierungsthemen, wie die Verbesserung von Breitbandnetzen, E-Government und IT-Sicherheit fokussieren. Es braucht eine flächendeckende Glasfaser-Infrastruktur bis 2025. Die 100 wichtigsten Verwaltungsdienstleistungen sollten zeitnah digitalisiert werden.

• Die Sanierung und der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur brennt den Unternehmen ebenfalls unter den Nägeln (dritthäufigste Priorität für die neue Bundesregierung). Der mangelhafte Zustand von Straßen, Schienen und Wasserwegen ist für viele Betriebe ein Geschäftshindernis. Die Mittel für die Verkehrswege müssen daher dauerhaft erhöht und die Planungskapazitäten entsprechend angepasst werden.

• Neun von zehn Unternehmen geben an, dass die Akzeptanz für gewerbliche Tätigkeiten abnimmt und die Gesellschaft wirtschaftliche Tätigkeit nicht wirklich wertschätzt. Investitionen und Expansionsbestrebungen von Unternehmen werden in den Regionen häufig negativ bewertet. Dabei sind sie Voraussetzung für die Schaffung von Arbeitsplätzen und Wohlstand.

Eine komplette Übersicht und Analyse finden Sie im unten stehenden PDF-Dokument.