Der „Ansatz als solcher ist nachvollziehbar und alternativlos“ - GESALO Delegierter Oliver Oehms über die Vision 2030

11.01.17

Saudi-Arabiens Vision: Wirtschaft ohne Öl

Der Öl-Boom machte Saudi-Arabien zu einer der stärksten Wirtschaftsnationen. Doch seit die Preise im Keller sind, muss das Königreich an die Reserven gehen. Und die größte Herausforderung steht dem Land noch bevor.

Die Arbeitslosigkeit in Saudi-Arabien steigt unaufhörlich an, das Einkommen der Haushalte sinkt rapide. Das Königshaus reagiert drastisch, friert die Staatsausgaben ein und lässt ausländische Gastarbeiter nicht mehr ins Land. Doch den Verfall der saudischen Wirtschaft können die Maßnahmen nicht aufhalten. In diesem Modellszenario der Analysten von McKinsey sieht die Zukunft von Saudi-Arabien düster aus. Mit einem radikalen Wandel der Wirtschaftspolitik wäre das jedoch anders, schreibt das McKinsey Global Institut in einer Analyse im Dezember 2015. Ein paar Monate später bahnt sich dieser Schritt tatsächlich an.

Der stellvertretende Kronprinz Mohamed bin Salman ist der neue starke Mann Saudi-Arabiens und er kündigt im April 2016 eine große Wirtschaftsreform an: Die „Vision 2030“. Angesichts des Preisverfalls beim Öl und der steigenden Staatsverschuldung soll die Wirtschaft in den kommenden 14 Jahren unabhängiger vom Öl werden. Derzeit erwirtschaftet das Land rund 90 Prozent seiner Einnahmen durch Öl-Exporte.

„Die saudische Wirtschaft war auf Achterbahnfahrt vergangenes Jahr“, sagt der Geschäftsführer der deutschen Auslandshandelskammer in Riad, Oliver Oehms. Einige Unternehmen hätten massiv mit Zahlungsausständen zu kämpfen. Gerade öffentliche Auftraggeber hätten Gelder zunächst zurückgehalten. Es fehlte an Liquidität mehr...