SHEWORKS, BADIR und Yatooq: Saudische Jungunternehmer begeistern GESALO und DIHK

08.10.17

Ein Durchschnittsalter von 27,2 Jahren und eine einheimische Bevölkerung, bei der mehr als die Hälfte ein Alter jenseits der 30 noch nicht erreicht hat - klar, dass nun insbesondere im Zuge der Saudi Vision 2030 und der angestrebten zunehmenden Unabhängigkeit vom Öl auf immer mehr junge Saudis ihr Glück in die eigene Hand nehmen und in die Selbstständigkeit eintreten.

Bis 2030 soll der Anteil der kleinen und mittelständischen Unternehmen (SMEs) von 20 auf 35 Prozent wachsen und statt derzeit 500.000 Jobs, nicht weniger als 700.000 Arbeitsstellen geschaffen werden. Grund genug für den DIHK-Leiter für New Economy & Startups, Dr. Michael Blank, auf einer von der Delegation der Deutschen Wirtschaft in Saudi-Arabien organisierten Startup-Tour durch Riad einen ganz besonderen Blick hinter die Kulissen der saudischen Gründerszene zu werfen.

SHEWORKS - Musterbeispiel für neuen Unternehmergeist

Dass die sich in Bewegung befindende Gründerszene keine rein männliche Angelegenheit ist, beweist ein Besuch bei SHEWORKS. Als „Co-Working Space“ bietet SHEWORKS derzeit rund 20 Jungunternehmerinnen nicht nur Räumlichkeiten, sondern auch Rechtsberatungen, Workshops sowie Support bei Behördendiensten und dient den Gründerinnen – vorrangig aus der Kreativwirtschaft – als wichtige Starthilfe beim Einstieg in die Selbstständigkeit. „Ich möchte andere junge Frauen dazu ermutigen, ihre eigenen Ideen zu entwickeln und umzusetzen“, gibt Gründerin Maha Shirah preis, welche SHEWORKS vor drei Jahren ins Leben gerufen hat. Zwar ist SHEWORKS ein Musterbeispiel für den neuen Unternehmergeist saudischer Frauen, jedoch kein Einzelfall – so waren rund 38 Prozent der 2016 gegründeten Startups in weiblicher Hand.

BADIR – Gründerzentrum 4.0.

Wie bei SHEWORKS ist auch bei BADIR (Arabisch für: „initiieren“) ist der Name Programm. Das 2007 in der King Abdulaziz City for Science and Technology (KACST) eröffnete Technologie-Gründerzentrum hat seit 2015 rund 200 männliche wie weibliche Start-ups begleitet, 2020 sollen es bereits 600 Startups (an neun verschiedenen Orten) sein.

Mehrere der unterstützten Startups operieren mittlerweile gar außerhalb des Königreichs, eines von ihnen: Yatooq. Die bei den KSA Awards in Riad als „Saudi Entrepreneur of the Year 2015“ ausgezeichnete Lateefa Alwaalan führt seit 2011 durch innovative Produktionstechnik traditionellen arabischen Kaffee in die Moderne und beschäftigt derzeit rund 75 Mitarbeiter. „Einfach nur die Rezepte zu entwickeln und verfeinern, damit war es nicht getan“, verrät Lateefa Alwaalan. Vielmehr sei eine lange Forschungs- und Entwicklungsphase nötig gewesen, um ihren Kaffee beispielsweise durch den Verkauf von speziell für arabischen Kaffee angefertigte Kaffeemaschinen auf dem Markt zu platzieren.

Deutsch-Saudischer Austausch: Einladung für saudische Jungunternehmer zur „Startup Germany 2017“

Mit Mohammad Al-Abdulqadir, CEO des Logistik-Startups „Homoola“ bzw. Gründer der App „OrderMe“, unterstützt BADIR zudem aktuell eines laut „Forbes Middle East“ größten Talente des Landes. Auch weitere Jung-Unternehmen wie „Quant Data & Analytics“ überzeugten die deutsche Delegation nachhaltig und durften sich über Einladung nach Deutschland zur vom DIHK organisierten „Startup Germany 2017“ freuen, welche rund 50 Start-ups aus aller Welt im Rahmen einer Roadshow für eine Woche (14. - 20. Oktober 2017) durch die Republik  führen wird und somit den direkten Austausch mit Entscheidungsträgern aus Unternehmen, Venture Capital Fonds, Politik und offiziellen Stellen ermöglicht.

Auch in der Zukunft wird die Delegation der Deutschen Wirtschaft in Saudi-Arabien, Bahrain und Jemen einen verstärkten Fokus auf den Support saudischer Startups legen und weitere Austausch- und Kooperationsmöglichkeiten zwischen saudischen Gründern und deutscher Wirtschafts-Community schaffen.