IWF: Reformen in Saudi-Arabien treiben Wirtschaftswachstum an

Trotz einer Verzögerung beim Mega-Börsengang des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco treiben die geplanten Reformen in Saudi-Arabien nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) die Wirtschaft in diesem Jahr an.

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„Aramco war ein Teil des Reformprogramms. Die anderen Teile schreiten ziemlich gut voran“, sagte der zuständige IWF-Experte Tim Callen am Freitag nach Beratungen mit der Regierung des Königreichs. Der IWF gehe bei seinen Projektionen davon aus, dass sich das Wirtschaftswachstum im Nicht-Öl-Sektor in Saudi-Arabien wegen der breitangelegten Reformen in den kommenden Jahren beschleunigen wird. Die Auswirkungen eines geplanten Börsengangs von Aramco seien in den IWF-Prognosen nicht eingeschlossen. Vier Brancheninsider hatten am Mittwoch zu Reuters gesagt, dass der womöglich größte Börsengang aller Zeiten vorerst wohl nicht stattfindet. Saudi-Arabien habe die Emission auf Eis gelegt.

Die Platzierung eines Fünf-Prozent-Anteils an Aramco sollte nach den Vorstellungen von Kronprinz Mohammed bin Salman bis zu 100 Milliarden Dollar einbringen. Doch unter den potenziellen Anlegern wuchsen Zweifel, ob der Ölriese wirklich zwei Billionen Dollar wert sei.

Kronprinz Mohammed wollte mit dem Mega-Erlös aus der Emission den Umbau der saudi-arabischen Wirtschaft finanzieren, mit dem das Land seine Abhängigkeit vom Öl reduzieren will. So plant er ein gigantisches Infrastruktur-Projekt zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Akaba. Saudi-Arabien veranschlagt die Investitionen für die Industriezone, die auf einer Fläche von 26.500 Quadratkilometern entstehen soll, auf 500 Milliarden Dollar. Dort sollen Firmen von der Energie- und Wasserwirtschaft über die Biotechnologie bis zur Unterhaltungsbranche angesiedelt werden. Um internationale Investoren anzulocken, soll die Zone eine Teil-Autonomie erhalten.