Wasserwirtschaft

Saudi-Arabien

Saudi-Arabien ist als Wüstenstaat bei der Wasserversorgung seiner Bevölkerung und Wirtschaft vollständig abhängig von seinen Meerwasserentsalzungsanlagen, Wasserreservoirs und Grundwasserreserven. Die schwindenden Grundwasservorkommen, mit denen in den letzten 5 Jahren etwa 90% des Gesamtwasserbedarfs bedient wurde, sind überwiegend nicht-regenerativ.
Der tägliche Pro-Kopf-Konsum liegt bei durchschnittlich 265 l; damit gehört das wasserarme Land weltweit zu den Spitzenverbrauchern. Der Niederschlag ist mit durchschnittlich 59 mm (vgl. Deutschland: 700 mm) pro Jahr sehr gering und regional sowie saisonal variabel, die Verdunstungsrate beträgt dabei je nach Region 3000 mm pro Jahr und mehr. Durch eine unwirtschaftliche Nutzung wird das Problem der schwindenen Grundwasservorkommen zusatzlich verschärft, da unter Anderem wenig Expertise für die Rehabilitierung von Brunnen existiert. Regelmäßig finden kostenaufwendige Neubohrungen statt.
Die verbleibendenden 10% des Wasserbedarfs werden durch eine große und weiterhin wachsende Entsalzungswirtschaft gedeckt. Etwa 20% des Gesamtenergieverbrauchs, bzw. 1,5 Mio. Barrel Öl, entfallen dabei täglich allein auf die dafür benötigten Meerwasserentsalzungsanlagen.

Saudi Arabiens Reformprogramm „Vision 2030“ nennt die optimale Nutzung der Wasserressourcen explizit als eines ihrer Ziele. Dieses Ziel soll einerseits durch die Reduzierung des Konsums und andererseits durch die Nutzung aufbereiteten Wassers erreicht werden.
Es wird von einem jährlichen Investitionsbedarf in die saudische Wasserinfrastruktur von 5 Mrd. USD über die nächsten 20 Jahre ausgegangen. Die staatseigene Saudi National Water Company (NWC) gab Mitte 2015 an, an 301 Wasserprojekten mit einem Gesamtvolumen von 6,7 Mrd. USD beteiligt zu sein.

Bahrain

Genau wie Saudi-Arabien ist auch Bahrain als trockener Inselstaat mit Herausforderungen wie dem Rückgang des Grundwasserspiegels, salzhaltigem Bewässerungswasser und der fachgerechten Entsorgung von Industrieabwässern konfrontiert.

Mit der Vision 2030 hat das Königreich Bahrain einen Prozess der wirtschaftlichen Transformation und Diversifizierung eingeleitet. Das Königreich strebt, wie sein Nachbarland, eine kreislauforientierte Kohlenstoffwirtschaft an. Der Wassersektor bleibt für die Vision 2030 des Königreichs von entscheidender Bedeutung. Bis 2030 will Bahrain ein effizientes, ausgewogenes und gesichertes Wassermanagementsystem aufbauen, das der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes zugute kommt.

Einige deutsche Technologieanbieter sind bereits auf dem Markt präsent und gut positioniert. 

 

Marktchancen für deutsche Unternehmen

Es besteht großer Bedarf mit ausländischer Expertise eine nachhaltige, umweltfreundlichere Wasserinfrastruktur aufzubauen. Da bis zur Hälfte der Grundstücke Saudi-Arabiens noch nicht an formelle Abwasserstrukturen angeschlossen sind, wird es in den nächsten Jahren voraussichtlich weitgehende Infrastrukturerweiterungen geben.

Auch der Mangel an Analysekapazitäten in Saudi-Arabien muss angegangen werden. Um die effiziente Langzeitnutzung des Wassers zu gewährleisten, müssen Hydrolaboren geschaffen werden, damit die Ressource vor Ort analysiert werden können.

Bis Ende 2022 werden Ausschreibungen im Wert von 21,4 Mrd. USD im Wasser- und Abwasserbereich erwartet. Insgesamt sind davon 11,3 Mrd. USD für Meerwasserentsalzung, 7,9 Mrd. USD für das Wassernetz und Infrastruktur und 2,3 Mrd. für Kläranlagen vorgesehen.

Auch in Bahrain sind deutsche Unternehmen und ihre innovativen Spitzentechnologien und Dienstleistungen im Bereich Wasser- und Kreislaufwirtschaft gefragt. In der Zukunft werden verschiedene Marktchancen erwartet. 

Sie haben Interesse am Markt?

Die Delegation der Deutschen Wirtschaft für Saudi-Arabien, Bahrain und Jemen organisiert für Sie B2B-Treffen mit interessierten saudi-arabischen Unternehmen aus dem Wasser- und Abwassersektor. Sind Sie auf der Suche nach Geschäftspartnern, Projektpartnern oder potenziellen Endkunden, dann sind wir der richtige Ansprechpartner als kompetente Experten für den saudischen Markt. Die Kooperationsgespräche sind Teil der Exportinitiative Umwelttechnologien im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV).

Einen Überblick über bereits durchgeführte Workshops finden Sie hier